Statistiken dieser Art befragen i.a.R. die „Berufstätigen“.

Haben die vor ihrem Berufsausstieg schon klare Vorstellungen/Optionen zur Auswahl?
Denken die nach ihrem beruflichen Ausstieg noch genauso?

„Rund die Hälfte aller erwerbstätigen Menschen ab 55 Jahren können sich vorstellen, auch nach ihrer Verrentung einer bezahlten Tätigkeit nachzugehen. …
… Bei den befragten Personen sind finanzielle Gründe wesentliche Motive für die Entscheidung, länger zu arbeiten. Mindestens ebenso wichtig sind ihnen jedoch auch die Freude an der Arbeit, die Pflege sozialer Kontakte sowie der Ansporn, geistig fit zu bleiben.“

Die Einleitung aus der am 21.Jan 2014 veröffentlichten Broschüre:

„Liebe Leserinnen und Leser,
anders als die Menschen vor 120 Jahren können wir heute mit einiger Sicherheit sagen, dass wir das Ruhestandsalter erreichen werden. Mehr noch: Der Lebensabschnitt nach dem 65. Lebensjahr ermöglicht vielen Menschen heutzutage, das eigene Leben aktiv zu gestalten – eine „späte Freiheit“, von der frühere Generationen nur träumen konnten. Und ältere Menschen nutzen diese Chancen: So engagiert sich ein wachsender Teil von ihnen in einem Ehrenamt, ist in der
Nachbarschaftshilfe aktiv, betreut Enkelkinder, pflegt Angehörige oder geht sogar im Ruhestand noch einer Erwerbstätigkeit nach. In einer alternden Gesellschaft wie Deutschland können diese Tätigkeiten den Zusammenhalt der Generationen stärken und einen Beitrag zum Wohlstand leisten. Man spricht daher in diesem Zusammenhang von den Potenzialen des Alters.
Angesichts dieser Trends markiert der Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand immer weniger eine klare Grenze zwischen einem „aktiven“ und einem „zurückgezogenen“ Lebensabschnitt. Der Übergang in den Ruhestand wurde in den letzten Jahren ebenso einem Wandel unterworfen wie das Alter(n): beides wird vielfältiger. Aus diesem Grund betrachten wir in einer größeren Studie, die derzeit unter dem Titel „Transitions and Old Age Potential“ (TOP) am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung durchgeführt wird, sowohl die verschiedenen Pfade in den Ruhestand als auch die Tätigkeiten und die Potenziale von Menschen zwischen
55 und 70 Jahren.
Die Studie soll Antworten auf viele Fragen geben: Welche Formen des Übergangs in den Ruhestand lassen sich beobachten?
Welchen Einfluss haben diese Übergänge auf Tätigkeiten im Ruhestand? Wer geht im Ruhestand einer Erwerbstätigkeit nach?
Wer engagiert sich in der Zivilgesellschaft oder innerhalb der Familie?
Gibt es hier Unterschiede zwischen Männern und Frauen, zwischen den neuen und den alten Bundesländern oder zwischen Menschen mit hohem und niedrigem Sozialstatus?
Welche Maßnahmen können aus den Ergebnissen abgeleitet werden, um die Chancen auf ein aktives Alter zu erhöhen?
Die vorliegende Broschüre bietet einen Überblick über die ersten Ergebnisse unserer Studie zu Altersbildern, der Lebenserwartung in Gesundheit sowie beruflichen, zivilgesellschaftlichen und familialen Tätigkeiten, die ältere Menschen zwischen 55 und 70 Jahren heute ausüben. Zu Beginn beziehen die Partner der Studie von der SRH Hochschule Berlin, der Leuphana Universität Lüneburg, der Jacobs University Bremen und der Columbia University New York mit ihren Antworten auf jeweils drei Fragen Stellung zur Alterung und zum Bevölkerungswandel. Die Broschüre steht am Anfang einer Reihe von Untersuchungen und Publikationen unserer Studie TOP. Sie soll ein besseres Verständnis des Übergangs in den Ruhestand und der Potenziale älterer Menschen liefern.
Wissen, das zur Bewältigung der Herausforderungen des demografischen Wandels von großem Nutzen sein wird.“

Daraus noch diese interessante Aussage zum selbst eingeschätzten Gesundheitszustand:

„Verteilung nach selbst eingeschätztem Gesundheitszustand, Vergleich von erwerbstätigen Ruheständlern mit nichterwerbstätigen Ruheständlern

Ruheständler                             sehr gut/                                   eher schlecht/                                    gesamt
                                                eher gut                                    sehr schlecht
erwerbstätig                                  88%                                             12%                                             100%
nichterwerbstätig                           76%                                              24%                                            100%

Datenquelle: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB),
TOP (2013), gewichtete Daten“

Hält Arbeit im Ruhestand nun gesund, oder arbeiten nur alle Gesunden?