Bundespräsident (a.D.) Joachim Gauck:
Rede zu Altersbildern gestern und heute, 2015

aus dem Text entnommen:

Das beginnt schon mit der Benennung dieser Abschnitte.
Irreführende, jedenfalls sehr einseitige Assoziationen weckt zum Beispiel das Wort „Ruhestand“.
Für Mediziner beschreibt Ruhestand das genaue Gegenteil von dem, was sie uns für das Alter empfehlen.
Sie wollen, dass wir aktiv sind in diesem älteren Stadium. „Aktivität“ heißt bei ihnen das Zauberwort, körperlich wie mental.
Wer möglichst gesund altern will, der soll beweglich bleiben, Routinen abstreifen und Neues wagen.

Wo existieren eigentlich noch die klassischen Bilder von Pantoffeln und „verdienter Ruhe“ und Gemütlichkeit?
Ich habe mir das früher für mich selber, ehrlich gesagt, so vorgestellt. 65 und dann Ruhe.
Irgendwie kam es anders. Jetzt merke ich, dass das einen Sinn macht.
Kurzum: Diese Bilder funktionieren nicht in einer Gesellschaft, in der es nicht mehr um die „letzten Jahre“, sondern eben oft um Jahrzehnte geht, die nach dem Renteneintritt folgen.

Das neue Alter steht längst vor unseren Augen, aber in Umfragen zeigen viele Menschen noch immer die Neigung, ihre Erwartungen an das Älterwerden an den eigenen Großeltern zu orientieren.

Quelle:

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