Eine noch unbenannte Konsumentengruppe:
„Jungen-Alten“, „Jungsenioren“, „Best Age 50plus“, „Silvergeneration“, „Silversurfer“, „Silver Consumer“, „Golden Oldies“, „Generation Gold“, „Best Ager“, „Master Consumer“, „Woopies“, „Selpies“ ?

Zwei Zitate (Seite 26+) aus der Studie
Potenzialanalyse Seniorenwirtschaft
Regionalökonomische Impulse für Stadt und
Landkreis Göttingen durch ältere Menschen
aus dem Jahr 2006.
Die Studie ist lesenswert.

Eine interessante Frage: „Wo steht Göttingen heute, 10 Jahre nach dieser Potentialanalyse?“

Zitat 1:

SeniorInnen in der Gesellschaft

Keine Seniorengeneration konnte im Leben so viel erleben wie die heutige.
Viele alte Menschen sind aktiv und unternehmungslustig, sie gestalten
ihr Leben ereignisreich. Wissenschaft, Medizin und Technik erlauben es,
körperliche Fitness, Potenz, Wissen und Selbstbewusstsein bis weit ins
hohe Alter zu erhalten. Die heutigen Senioren wollen möglichst lange ihre
Gesundheit und Vitalität bewahren, ihre Selbstständigkeit erhalten, aktiv
am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, lust- und leistungsfähig bleiben,
aktiv und passiv genießen, auch im Alter mit Zukunftsperspektiven leben
und ihre mögliche Pflegebedürftigkeit unter humanen Bedingungen erleben.
Ein Indiz für die immer jünger werdenden Senioren ist der Wandel in den
Wertvorstellungen: Traditionelle Werte wie Sparsamkeit, Bescheidenheit
und Genügsamkeit verlieren bei den „nachwachsenden“ Senioren an Bedeutung,
und Werte wie Toleranz, Aufgeschlossenheit und Unabhängigkeit
werden wichtiger. Viele Menschen, die aus dem Berufsleben ausscheiden,
wollen am gesellschaftlichen Leben teilhaben.
Diese wachsenden Potenziale der Älteren können nach Einschätzung von
Prof. Dr. Clemens Geißler von der Deutschen Gesellschaft zur Förderung
der Forschung im Alter als Triebkräfte der gesellschaftlichen Entwicklung
gesehen werden. Dabei bezieht sich Geißler hauptsächlich auf die Gruppe
der SeniorInnen in der nachberuflichen Phase. Die schlummernden Potenziale
der Senioren dürften nicht unbeachtet bleiben. Vielmehr wohne
dem demographischen Wandel eine Chance inne. Statt die älteren Menschen
als Objekte zu behandeln, müsse man sie als für die Gesellschaft
verantwortlich handelnde Subjekte in den Blick rücken
.

Zitat 2:

Die Studie von PriceWaterhouse Cooper (PWC) differenziert diese These
und weist darauf hin, dass in der bisherigen Unternehmenspraxis häufig
Umsetzungsfehler bei der Ansprache Älterer auftreten, wie z. B. der
„Seniorenteller-Effekt“ (Unterschätzung) oder der „Silver-Surfer-Effekt“
(Überschätzung der Zielgruppe).
Nicht nur WissenschaftlerInnen bemühen sich um eine Beschreibung
dieser neuen Lebensphase auch im Marketing wird in den letzten Jahren
verstärkt diese neue Zielgruppe in den Blick genommen. Die neue Konsumentengruppe
wird mit den unterschiedlichen Begriffen umschrieben:
die „Jungen-Alten“, die „Jungsenioren“, „Best Age 50plus“, „Silvergeneration“,
„Silversurfer“, „Silver Consumer“, „Golden Oldies“, „Generation
Gold“, „Best Ager“, „Master Consumer“, „Woopies“ oder gar „Selpies“

– um nur einige Beschreibungsversuche zu nennen. Die Vielfalt dieser
phantasievollen Begriffsschöpfungen symbolisiert die Unsicherheit der
Anbieter gegenüber den Nachfragergruppen.
Da es keine überzeugende Alternative gibt und der Seniorenbegriff durchaus
auch mit Respekt und Anerkennung geprägt ist, wird vorgeschlagen,
diese Bezeichnung konsequent und selbstbewusst zu benutzen und auf
verschämte Umschreibungen zu verzichten.