Der Bericht hier.


Zusammenfassung

I Die Lebenserwartung der Deutschen steigt kontinuierlich – und dies bei zunehmender Gesundheit. Ältere Menschen haben nach dem Austritt aus dem aktiven Erwerbsleben im Schnitt immer noch rund ein Viertel ihrer Lebenszeit vor sich. Für immer mehr ältere Menschen stellt sich daher die Frage nach einer sinnvollen Gestaltung der nachberuflichen Lebensphase.

I Bereits heute gestaltet die Mehrheit (53 Prozent) der im Rahmen der Expertise „Übergänge gestalten“ befragten Rentnerinnen und Rentner die ersten fünf Jahre des Ruhestands aktiv: 41 Prozent der Befragten engagieren sich bürgerschaftlich, 21 Prozent gehen noch einer Erwerbstätigkeit nach, meist in Form einer geringfügigen Beschäftigung.

I Der Wunsch nach einer aktiven Gestaltung ihres Ruhestands geht über den aktuellen Umsetzungsstand noch deutlich hinaus. Für 61 Prozent der aktuellen und 70 Prozent der zukünftigen Rentnerinnen und Rentner sind eine Erwerbstätigkeit, nicht nur im geringfügigen Bereich, und/oder ein bürgerschaftliches Engagement Bestandteile des idealen Ruhestands.

I Wichtige Hebel für eine weitere Aktivierung der Rentnerinnen und Rentner im Sinne einer Erwerbstätigkeit sind die Verbesserung des generellen Beschäftigungsangebots („mehr Angebote“) und die Entwicklung von Beschäftigungsmodellen mit nicht nur marginaler Stundenzahl („qualifiziertere Angebote“) – und ergänzend: die Flexibilisierung der Zuverdienstgrenzen bei vorzeitigem Rentenbeginn (unter 65 Jahre).

I Für eine stärkere Aktivierung der Ruheständlerinnen und Ruheständler im Sinne eines bürgerschaftlichen Engagements sind hingegen die Verbesserung der Zugangswege und eine bessere Information über die Möglichkeiten eines bürgerschaftlichen Engagements sowie eine stärkere Anerkennung solcher Aktivitäten wichtige Erfolgsfaktoren.

I Unternehmen spielen bei der Realisierung des Wunsches vieler Rentnerinnen und Rentner nach einer aktiven Gestaltung des Ruhestands eine wichtige Rolle. Sie halten einen großen Teil der potenziellen Einsatzmöglichkeiten für eine bezahlte Erwerbstätigkeit in der Hand und sind darüber hinaus häufig auch der letzte Kontakt- und Informationspunkt für Beschäftigte an der Schwelle zum Ruhestand. Unternehmen können den noch regulär erwerbstätigen „Fast-Pensionären“ sowohl Informationen in Bezug auf eine mögliche weitere Erwerbstätigkeit als auch Informationen über konkrete Möglichkeiten eines bürgerschaftlichen Engagements vermitteln.

I Eine Reihe von Unternehmen hat diese Wünsche und Bedürfnisse ihrer älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch bereits erkannt. Typische Unterstützungsangebote für den Übergang in die Nacherwerbsphase sind: Arbeitsmodelle für eine fließende Gestaltung des Übergangs (in Bezug auf Arbeitszeiten und Aufgabenbereiche), Seminare zur Vorbereitung auf den Ruhestand, Netzwerkangebote für den Erfahrungsaustausch, Unterstützung bei der Aufnahme eines bürgerschaftlichen Engagements und konkrete Angebote für eine Erwerbstätigkeit nach Renteneintritt.

I Viele Unternehmen unterstützen ihre älteren Beschäftigten in der Phase des Übergangs in den Ruhestand jedoch kaum.