Datum/Uhrzeit
29. Juni 2015
19:00 Uhr

Thema:
Die Personalbeschaffung der Arbeitgeber im demografischen Wandel:
geh! bleib! komm! komm zurück?



Referent:
Holger Möhwald
Möhwald Unternehmensberatung, Göttingen


Der Titel unserer Veranstaltung ist, zugegeben, vieldeutig und provokant.
Wir erkennen eine langsam einsetzende Änderung im Arbeitsmarkt und drücken es (sehr) vereinfacht aus:

Jahr 2000: „geh doch“ stehen andere vor der Tür
Jahr 2015: „bleib doch“ wir sind doch gut
Jahr 2020: „komm“ zu uns, wir rollen Dir Teppiche aus
Jahr 2025: „komm zurück“ auch wenn Du 70 bist

1. Der demografische Wandel (siehe nachfolgende animierte Grafik) sorgt dafür, daß die geburtenstarken 60er-Jahrgänge in den nächsten Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden. Hier am Beispiel des Landkreis Göttingen (incl.Stadt, Hüllkurve grau: Vergleichsjahr 2012):
Pyramide Goettingen
Hier geht es zur Seite mit den Grafiken.

Eine der Konsequenzen: Expertenwissen geht ´in den Ruhestand verloren´.

2. Es werden zu wenig Kinder geboren (auf ein Paar kommen nur 1,6 Kinder), die Zahl der Schul- und Ausbildungsabbrecher steigt.
Die Schere zwischen qualifiziert und unqualifiziert öffnet sich immer mehr.

Hatten wir vor wenigen Jahrzehnten noch einen vom Arbeitgeber dominierten Arbeitskräftemarkt, verändert sich dieser zu einem vom Arbeitnehmer dominierten.
Auf eine Stellenausschreibung folgen heute nicht mehr automatisch 100 Bewerbungen, 30 davon geeignet, 3 in die engere Wahl, eine bleibt.
In einigen Branchen und Berufszweigen bleiben Stellen unbesetzt.
Personal´beschaffungs´abteilungen sind vor neue Aufgaben gestellt: ´Wir müssen Personalmarketing machen ?´.

„Arbeit und Alter – das passte in Deutschland lange nicht zusammen. In Zeiten der Massenarbeitslosigkeit sollten die Alten den Jungen in der Arbeitswelt Platz machen; mit Altersteilzeit und Frühverrentung wurden die Älteren aus dem Berufsleben gedrängt. Noch heute wirkt dieser Jugendwahn nach. Wer heute mit 50 Jahren arbeitslos wird, gilt als „schwer vermittelbar“, Arbeitslose über 58 Jahre gelten als chancenlos, werden aus der Statistik gestrichen. Und wenn große Konzerne entlassen müssen, dann geschieht es „sozial verträglich“. Und als Erstes sind die Älteren dran, die mit 60 Jahren oder noch früher in den vorzeitigen Ruhestand geschickt werden.“
„Wer als Rentner noch arbeiten geht, so lautet eine weitverbreitete Überzeugung bei Gewerkschaften, Sozialverbänden und auch in der Bevölkerung, tut dies aus purer Not, um seine karge Rente aufzubessern und nicht aus Spaß an der Arbeit und dem Wunsch, mit 60 oder 65 Jahren nicht schon zum alten Eisen zu gehören. Die große Koalition aus CDU/CSU und SPD, die ältere Beschäftigte laut Koalitionsvertrag für „unverzichtbar im Arbeitsleben“ hält, hat als eines ihrer ersten Projekte die Rente mit 63 verkündet.“
Mehr, wenn es interessiert, hier.

Wir können die gesellschaftlichen Änderungen und Lösungsansätze nicht an dem Abend diskutieren, das ist ein neues Thema.
Wir können uns aber aufzeigen lassen wie und mit welchem zunehmenden Leidensdruck einige Unternehmen mit dieser seit dem letzten Jahrhundert absehbaren Situation umgehen.
Wir werden uns auch aufzeigen lassen, daß sich Unternehmen dem Thema nur zögerlich stellen. Warum?
Erste Leidtragende sind die Handwerksbetriebe und Kleinunternehmen.

Gewinner müssten eigentlich die älteren Arbeitnehmer sein, die nun umworben werden. Ist das so?
Werden Ruheständler wieder attraktiv weil Expertise Mangelware wird?

Herr Möhwald ist mit dem Thema seit vielen Jahren beschäftigt, hören wir seine Erfahrung.

Danach ist Zeit für Nachfragen und zur Diskussion.

Abendkasse: 2,-€
Keine Anmeldung erforderlich.