Datum/Uhrzeit
12. Mai 2014
19:00 Uhr
Ländliche Heimvolkshochschule Mariaspring

Thema:
Kinder dieser Welt: alles gut?
Kinder in Deutschland: alles gut?
Referenten:
Mariele Ecke (ehrenamtliche UNICEF Mitarbeiterin, Göttingen)
Sie wird über die Lage der Kinder in der Welt und besonders in Kambodscha berichten („alles gut?“).
Frau Ecke hat in 2013 dortige Projekte besucht. Sie wird mit Bildern und Erzählungen ihre persönlichen Eindrücke schildern.
Ulrike Labusch (ehrenamtliche UNICEF Mitarbeiterin, Göttingen)
Sie wird von einer Reise nach Mosambik berichten („alles gut?“) und hat davon Schautafeln mit Bildern, die wir im APEX ausstellen.
Dr. Hans-Joachim Merrem (ehrenamtlicher Leiter der UNICEF-Arbeitsgruppe Göttingen)
Er berichtet über die Lage der Kinder in Deutschland („alles gut?“).
Der Inhalt:

Kinder dieser Welt: alles gut?

Weltweit wächst heute die größte Kinder- und Jugendgeneration aller Zeiten heran: 2,2 Milliarden Jungen und Mädchen, die meisten in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Nahezu die Hälfte von ihnen lebt in einer Stadt – oft in überbevölkerten Slums. Sie wollen ihre Zukunft in die Hand nehmen. Aber vielen von ihnen fehlen elementare Dinge wie Ernährung, ein Dach über dem Kopf, medizinische Hilfe, gute Schulen sowie verlässliche Einrichtungen und Gesetze, die sie schützen.

Die ärmsten Kinder profitieren bisher zu wenig von globalen Fortschritten. Besonders schlechte Lebensbedingungen haben Kinder in fragilen Staaten, die von Krieg, Gewalt und extremer Armut geprägt sind.

Die globale Finanzkrise verschärft Armut und Perspektivlosigkeit: Die meisten sehr armen Kinder leben heute in den so genannten Schwellenländern. Trotz Wachstum nimmt die Ungleichheit in vielen Ländern zu. Arbeitslosigkeit, steigende Lebensmittelpreise und Sparprogramme der Regierungen treffen gerade die ärmsten Familien.

Naturkatastrophen infolge des Klimawandels bedrohen immer mehr Kinder: Die Länder des Südens leiden als erste und am stärksten unter den Auswirkungen des globalen Klimawandels wie Dürren, Stürmen oder Überschwemmungen. Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge wird sich in diesem Jahrzehnt die Zahl der Kinder, die direkt von Naturkatastrophen betroffen sind, auf 175 Millionen pro Jahr erhöhen – gegenüber rund 66,5 Millionen in den 1990er Jahren.
Auch hier trifft es die Schwächsten unserer Gesellschaft.

Kinder in Deutschland: alles gut?

Die Kinderrechte gelten für jedes Kind weltweit – auch bei uns. Den meisten Mädchen und Jungen hier geht es gut. Aber auch in Deutschland werden Kinder geschlagen oder ausgegrenzt. Jedes zehnte Kind wächst in relativer Armut auf, ein Grund für Ausgrenzung, mit negativen Effekten auf die Entwicklungsphase. Und es ist noch längst nicht gelungen, dass das Wohlbefinden der Kinder in Politik und Gesellschaft wirklich Vorrang hat.

Eine Längsschnittanalyse für den UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland 2013 ergab, dass zwischen 2000 und 2010 rund 8,6 Prozent der Kinder und Jugendlichen langjährige Armutserfahrungen gemacht haben. Die meisten von ihnen (6,9 Prozent) lebten zwischen 7 und 11 Jahre lang in einem Haushalt, der mit weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens auskommen musste. 1,7 Prozent aller Heranwachsenden wuchsen sogar 12 bis 17 Jahre unter diesen schwierigen Bedingungen auf. Auf die heutige Situation bezogen wären demnach insgesamt rund 1,1 Millionen Heranwachsende einen Großteil ihrer Kindheit und Jugend relativer Armut ausgesetzt, damit auf ihrem Weg gebremst.

UNICEF-Studien zeigen große regionale Unterschiede innerhalb Deutschlands. Die Kluft zwischen gut geförderten und „abgehängten“ Kindern darf nicht weiter wachsen. Besonders Alleinerziehende und Familien mit jungen Kindern sind von relativer Armut bedroht.


Was tut UNICEF?

UNICEF ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UN) und hilft Mädchen und Jungen in rund 150 Ländern und den Krisengebieten der Erde. UNICEF versorgt jedes dritte Kind weltweit mit Impfstoffen, baut Brunnen und stellt Schulmaterial für Millionen Kinder bereit. UNICEF hilft aber auch, Kinder vor HIV/AIDS, vor Ausbeutung, Missbrauch und Gewalt zu schützen. In den Industrieländern setzt sich UNICEF mit Informations- und Lobbyarbeit für die Rechte der Kinder ein – auch für die der Mädchen und Jungen im eigenen Land. Mit konkreten Projekten und politischer Einflussnahme werden so nachhaltige Fortschritte für Kinder erreicht – seit über 60 Jahren.
UNICEF ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UN) und hilft Kindern in rund 150 Ländern. Jedes Kind auf der Welt hat das Recht auf eine Kindheit. Gemeinsam mit vielen Unterstützern und Partnern versorgt UNICEF jedes dritte Kind weltweit mit Impfstoffen, stattet Schulen aus und setzt sich politisch ein.