Datum/Uhrzeit
27. Mai 2013
19:00 Uhr
Ländliche Heimvolkshochschule Mariaspring

Thema:
Soziales Engagement älterer Bürger und Bürgerinnen.
Wo und warum sind sie am aktivsten?
Wo nicht?
Und warum nicht?
Untersuchungsergebnisse, auch aus der Region Göttingen.
Referent:
Prof. Dr. Michael Corsten (Hildesheim)
Der Inhalt:

Mit dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben endet für viele ältere Menschen scheinbar die Teilhabe an sozialen Aktivitäten in der Öffentlichkeit. Daher wird in unserer Gesellschaft schon seit längerem darüber diskutiert, ob freiwilliges soziales Engagement nicht eine Möglichkeit für ältere Menschen bedeuten könnte, weiterhin am öffentlichen Geschehen zu partizipieren. Manche – wie der Philosoph Daniel Precht – haben sogar eine Pflichtzeit für soziales Engagement von älteren Mitmenschen gefordert.
Wie aber sieht es tatsächlich mit dem freiwilligen sozialen Engagements älterer Bürger aus?
Wer ist in welchem Kontext aktiv?
Gibt es regionale Unterschiede?
Wovon hängen diese ab?
Wie denken ältere Menschen selbst über ihr Engagement?
Was motiviert sie dazu, sich freiwillig, unentgeltlich für eine öffentliche Angelegenheit in ihrem Umfeld zu engagieren?
Was halten ältere Menschen, die nicht freiwillig sozial aktiv sind, vom bürgerschaftlichen Engagement?
Warum lehnen sie es ab?

Im Vortrag werden sowohl allgemeine statistische Daten zum freiwilligen Engagement der älteren Bevölkerung in europäischen und deutschen Regionen vorgestellt sowie Resultate einer quantitativ kleineren, aber genaueren Untersuchung zu einzelnen mittelstädtischen Regionen in Deutschland vorgestellt.

Dabei sollen vor allem zwei Erklärungen vorgestellt und diskutiert werden.
Erklärung 1:
Die eine Erklärung bezieht sich auf regionale Strukturen, genauer auf das Sozialkapital, das in einer Region zur Verfügung steht. Gemeint ist damit vor allem der soziale Zusammenhalt, der sich in der Dichte von Vereinstätigkeiten und lokalen Initiativen zeigt. Diese These ist von dem US-amerikanischen Sozialwissenschaftler Robert D. Putnam aufgestellt worden. In der Studie „Making democracy work“ konnte er zeigen, dass in Regionen, die über mehr Sozialkapital verfügen auch eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung am politischen Geschehen beobachtet werden kann.
Erklärung 2:
Die zweite Erklärung stammt von dem kanadischen Sozialphilosophen Charles Taylor, der von sozialmoralischen Landkarten der Akteure spricht. Menschen besitzen so etwas wie eine innere Landkarte, auf der eingezeichnet ist, was in ihrem Lebensumfeld bedeutsam ist und was nicht. Er fragt nach den „starken Werten“, die einzelne Personen motivieren, sich gerade für bestimmte Angelegenheiten einzusetzen.

Beide Erklärungen sollen anhand von Forschungsergebnissen zum sozialen Engagement älterer Menschen im Vortrag und der Diskussion reflektiert werden, gespiegelt auch auf die Region Göttingen.

Hier eine Information: Welt retten bedeutet, im Kleinen anzufangen.

Hier der Vortrag: Vortrag (Powerpoint).

Abendkasse (Raumkosten): 5.-€